Albert Einsteins großer Irrtum

Gott würfelt nicht.

— Albert Einstein

Albert Einstein (1879-1955) gehört zu den herausragendsten Wissenschaftlern unserer jüngsten Geschichte. Seine Forschungen zur Relativitätstheorie sind in aller Munde, obwohl sie bis heute von den Wenigsten verstanden werden. Als 1925 die Quantenphysik die Subjektivität aller wissenschaftlicher Messungen nachzuweisen begannen, versetzte diese Tatsache nicht nur Einstein in eine zwiespältige Lage, weil auch sein Lebenswerk auf der Objektivität physikalischer Größen beruhte. Er berief sich, wie bis dahin die gesamte Wissenschaft auch, auf ein unabhängig existierendes, klar definierbares Universum. Als Wissenschaftler sah er sich, im Gegensatz zu vielen seinen Kollegen, mit Gott eng verbunden und glaubte aus tiefstem Herzen, dass unser Universum von einem liebenden Gott erschaffen wurde. Das, was die Quantenphysik im Eigentlichen entdeckt hatte, nämlich, dass wir selbst die Schöpfer unserer Realität waren, konnte und wollte er einfach nicht wahr haben. Für ihn sah es so aus, als hätte Gott ihn verraten, indem plötzlich alles in unserem Universum „zufälligen“ Gedanken zugeschrieben würde. Es schien ihm unvorstellbar und ist auch heute für viele Menschen ebenso unannehmbar. Während der in der physikalischen Öffentlichkeit stattfindenden wissenschaftlichen Debatte mit dem innerhalb der Quantenphysik forschenden Physiker Nils Bohr kam es schließlich zu diesem alles entscheidenden Ausruf Einsteins: „Gott würfelt nicht“. Und er begründete diese Worte mit einem für einen Wissenschaftler sehr unüblichen Argument, weil er klar auf seine „innere Stimme“ verwies. Später äußerte er:

„Es scheint hart, dem Herrgott in die Karten zu gucken. Aber dass er würfelt und sich telepathischer Mittel bedient (wie es ihm von der gegenwärtigen Quantentheorie zugemutet wird), kann ich keinen Augenblick glauben.“

— Albert Einstein

Der Witz an diesem Disput, wer denn von beiden Wissenschaftlern im Recht war, ist, dass wir uns hier offensichtlich einem Paradoxon gegenüber sehen. Gott würfelt tatsächlich nicht, und dennoch reagiert unser gesamtes Universum auf jeden unserer willkürlichen Gedanken, was soviel bedeutet, dass auch die Forschungen der Quantenphysik vollkommen der Wahrheit entsprechen, wie sich später nach dem Tod Einsteins herausstellte.

Was dies am Ende bedeutet, erscheint beinahe allen Menschen unvorstellbar, denn: Wir selbst sind die Schöpfer dieses vergänglichen Universums und Gottes Schöpfung, die ewig ist, hat mit unserer Welt nichts zu tun. Das sollte für jeden, dem Gott und auch die Welt etwas bedeuten, eine schwerlich zu verdauende Botschaft sein. Ich weiß noch genau, wie sie auf mich selbst gewirkt hat. 2006 las ich mit großem Interesse das Buch „Die Illusion des Universums“ von Garry Renard, und sehr viele Gedanken darin schienen mir wertvoll, doch die Tatsache, dass Gott diese Welt nicht erschaffen haben könnte und unser Universum auf unseren Illusionen fußte, war dann doch zu viel des Guten. Ich vergaß es prompt und glaubte vorerst weiterhin an den Sinn unserer Welt. Wenn wir an eine liebende Schöpfung und seinen liebenden Schöpfer glauben wollen, ist es innerhalb dualen Denkens beinahe unmöglich, andere Tatsachen zu akzeptieren. Ähnlich muss es Albert Einstein ergangen sein. Er WUSSTE einfach, dass Gott NIE würfeln würde. Und er hatte Recht.

Der wissenschaftliche Disput fand, wie allgemein zu erwarten, innerhalb eines ausschließlich an der Rationalität orientierten Bewusstseins (BW 499) statt. Daher ging es für die Wissenschaft schließlich nur noch darum, herauszufinden, wer wohl am Ende Recht hatte. Und wie sich herausstellte, war es Niels Bohr. Doch wie könnte ein duales Denksystem These und Antithese gleichermaßen als „wahr“ anerkennen? Es müsste über sich selbst hinauswachsen und ein vollkommen neues Paradigma anerkennen. Dazu war es nicht fähig. Und dennoch war diese Erkenntnis eine Revolution der Naturwissenschaft, die jedoch nur theoretisch akzeptiert, jedoch in der Wissenschaft bis heute nicht angewandt wird. Einem einzigen, mir bekannten Wissenschaftler, der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts, Hans-Peter Dürr, BW 990, (1929-2014), fehlte es nicht an Mut und Ehrlichkeit, diese Revolution als Forscher in seine Arbeit zu integrieren. Doch keiner seiner Kollegen war Willens und in der Lage, sich ihm in diesem neuen Denken anzuschließen. Der Titel seines Buches „Warum es ums Ganze geht – neues Denken für eine Welt des Umbruchs“ spricht für sich. Er ist einer der wenigen Wissenschaftler, der beide in diesem Blog beleuchtete Grenzen der Wissenschaft: BW 499 und BW 560 hinter sich gelassen hat. Lassen wir ihn hier selbst zu Wort kommen:

Kaum ein anderer lebender Naturwissenschaftler besitzt die Fähigkeit, mit solcher Geistesklarheit die tiefsten Einsichten von moderner Quantenphysik mit dem uralten spirituellen Menschheitswissen zu verknüpfen wie – Hans-Peter Dürr!

— Klappentext zu: „Geist, Kosmos und Physik: Gedanken über die Einheit des Lebens

Im „Ein Kurs in Wundern“ (EKIW), dem nach meinem Wissen einzigen konsequent nondualen spirituellen Lehrbuch, finden wir die gesuchte Antwort für unser scheinbar unlösbares Paradoxon: unsere Welt ist auf Grund ihres Glaubens an Trennung einer irreale Welt, die wir nur wahrnehmen, jedoch nie erkennen können. Gottes Schöpfung und damit die wirkliche Welt ist nondual. In ihr liegt vollkommene Erkenntnis.

Aus Erkenntnis und Wahrnehmung gehen zwei unterschiedliche Denksysteme hervor, die in jeder Hinsicht gegenteilig sind. Im Bereich der Erkenntnis existieren keine Gedanken getrennt von GOTT, weil GOTT und SEINE SCHÖPFUNG einen WILLEN miteinander teilen. Die Welt der Wahrnehmung hingegen ist aus dem Glauben an Gegensätze und getrennte Willen gemacht, die in ständigem Konflikt miteinander und mit GOTT sind. Was die Wahrnehmung sieht und hört, scheint wirklich zu sein, weil sie nur das ins Bewusstsein einlässt, was den Wünschen des Wahrnehmenden entspricht. Das führt zu einer Welt von Illusionen, zu einer Welt, die ständiger Abwehr bedarf, gerade weil sie nicht wirklich ist.

— EKIW: „Was er besagt“: 4

Albert Einstein ist in seinen Forschungen heute noch immer anerkannt und ungeachtet der Differenzen mit der Quantenphysik geehrt. Im tiefen Glauben an einen liebenden Schöpfer unterscheidet er sich von vielen anderen Wissenschaftlern unserer Zeit, so etwa Steven Hawkin, der die Existenz Gottes ausschloss.

Einsteins Irrtum ist der Irrtum vieler spiritueller Menschen, die die Macht ihrer Gedanken nicht nur unterschätzen, sondern gleichzeitig unsere vergängliche Welt des Todes noch nie in Frage gestellt haben. Wozu sollte ein liebender Gott sterbliche Körper erschaffen haben, wenn er doch selbst eine ewige Lebensquelle ist? Es ergibt keinen Sinn alles schreckliche Leid unserer Welt dem sogenannten „Willen“ Gottes zu unterstellen, der sich auf diese grausame Weise angeblich selbst erfahren möchte. In diesem Fall hätten wir es, objektiv betrachtet, mit einem wahnsinnigen Gott zu tun. Doch unser Wille, sich von Gott getrennt zu erleben, und uns darum in einer alles trennenden Welt wiederzufinden, ist, so unwahrscheinlich es auch klingen mag, fähig, ein riesiges vergängliches Universum zu projizieren. Es ist und bleibt „Die Illusion des Universums“, die wir hier als real wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung ist es daher, der wir nicht trauen sollten. Das ist es auch, was die Quantenphysik gleichzeitig besagt. Es bedeutet, dass es an uns ist, unsere Gedanken in neuer, liebevoller Weise ausrichten zu lernen.

Wenn wir die Wahrnehmung dazu verwenden, unsere eigenen Fehler – unseren Ärger, unsere Angriffsimpulse, unseren Mangel an Liebe in welcher Form auch immer – zu rechtfertigen, so werden wir eine Welt des Bösen, der Zerstörung, der Böswilligkeit, des Neides und der Verzweiflung sehen. Das alles müssen wir vergeben lernen, und zwar nicht deshalb, weil wir »gut« und »barmherzig« sind, sondern weil das, was wir sehen, nicht wahr ist.

— EKIW: „Was er besagt“: 6:6-7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.