Entmündigung versus Selbstermächtigung: Du allein entscheidest

„Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt.“ (Jean-Jaques Rousseau (1712 – 1778)) Die große Frage unserer Zeit lautet: Wem dienen wir? Dem Leben oder jenen unmenschlichen Gesetzen, die vorgeben eine/unsere „Demokratie“ zu schützen, die jede wahre Demokratie verspottet?

– Irina Jacobson: „Das Leben mit der Kraft oder die Kunst, den heiligen Gral zu finden“  S.322

Dein Wille geschehe

Unser Wille geschieht immer und überall. Hier auf Erden zum überwiegenden Teil gemeinhin auf Geheiß unseres Ego. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Das sind die Tatsachen, die unsere und wohl jede Welt am „Laufen“ halten. Ist – wie in unserem Fall – ein Wille gespalten, erhofft er für sich etwas anderes als für sein Umfeld, welches ihm nur Fehler widerspiegelt. Auch wenn uns somit nicht gefällt, was uns scheinbar wider Willen tagtäglich begegnet, können wir nicht erwarten, dass sich Irgendjemand uns zu Liebe ändert und jenen Kurs einschlägt, von dem wir glauben, er sei der Richtige. Sicherlich versuchen wir, unsere Werte im engen Familienkreis und der Arbeitswelt mehr oder weniger eindringlich zu vertreten und durchzusetzen, doch können wir wirklich wissen, ob wir hierin richtig liegen? Möglicherweise sind unsere Kinder und Mitarbeiter viel klüger, als wir annehmen, und ihre Art, sich dem Leben und all seinen vielen „Problemen“ zu stellen, ist weitaus angemessener, als wir es von ihnen fordern. Die Antwort für uns sollte daher immer lauten, dass wir eben nicht (mehr) wissen!

Die folgenden Verse vermitteln in diesem Zusammenhang eine andere, erweiterte Sicht – nicht nur mit Blick auf die oftmals kritisch betrachtete jüngere Generation, sondern zudem auf unser aller zurückliegende Kindheit und die „Ideale“, die uns über all die Generationen hinweg mit auf unseren Weg gegeben wurden.

Von den Kindern
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter
Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, doch nicht von euch;
Und, sind sie auch bei euch,
So gehören sie euch nicht.
Ihr dürft ihnen Liebe geben
Doch nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
Aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen leben
In dem Haus von Morgen,
Das ihr nicht besuchen könnt,
Nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
Wie sie zu sein,
Aber versucht nicht,
Sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
Noch verweilt es im Gestern.
- Khali Gibran -


Irdische „Erziehung“ ist in den meisten Fällen nichts anderes als die höchste Form magischer Beeinflussung und in ihrem Resultat Garantie, dass wir unseren Willen nicht mehr kennen werden. Auf diese Weise programmiert, nutzen wir ein Denksystem, von dem man uns über viele Jahre beigebracht hat, dass es unser Wille wäre. „Man“ lebt eben so. So vieles, von dem wir glauben, es gehöre zu uns, ist gedankenlos weitergereichter Irrglaube. Hierzu zählt auch die Ansicht, ein Neugeborenes wäre ein „unbeschriebenes“ Blatt. Sicherlich ist es vorerst vollkommen von uns abhängig, doch trägt es von Anbeginn an (neben seinem Ego) auch den Willen des Lebens in sich. Und das Leben will sich – wie wir erfahren haben – stets in Liebe ausdehnen. So bringt jeder Mensch als Teil dieses wundervollen Ganzen (ungeachtet seines Ego) auch den Willen mit, dem Leben in sinnvoller Weise anzugehören. Diesen nicht zu brechen, sondern im Gegenteil zu stärken, kann und sollte unser wichtigstes Anliegen, nicht nur im Umgang mit unseren Kindern, sein. In dem Satz „Wir werden alle als Genie geboren und sterben als Kopien.“ ist leider viel traurige Wahrheit enthalten.

Doch halten wir fest, dass der Wille Gottes in jedem von uns grundsätzlich erkennbar ist. Da wir immer Teil des einen Lebens bleiben, muss auch der Wille des Lebens ewig in uns sein. Dieser wird in unserer Welt durch Fokussierung auf den ungezähmten, kreischenden Willen des Ego übertönt. Agieren wir innerhalb dieser vordergründigen Ebene mit unserem Umfeld, muss es so sein, dass wir glauben, etwas zu wollen, was wir noch nie brauchten, uns jedoch dringend notwendig erscheint. Es wurde schon ausführlich erklärt, dass wir eigentlich stets nur nach der Liebe suchen, von der wir uns getrennt glauben. Schlussendlich suchen wir damit auch nach unserem Willen, der im Sinne der Einheit von allem, was ist, auch nur Liebe sein kann.

Die Wahrheit des Lebens ist einfach und gleichzeitig vollkommen, weil sie nur Liebe ist. Schauen wir uns dagegen all unsere „Wahrheiten“ an, so gelangen wir in ein undurchschaubares Labyrinth von Glaubenssätzen, die uns nur verwirren können – und sollen. Eine sehr wirksame Methode, zur einzigen Wahrheit zurückzufinden, wäre, sich von allen noch so „logischen“ Glaubenssätzen ein für alle Mal zu befreien. Die Sage vom Gordischen Knoten, der bildhaft für unser unlösbares, endlos um sich kreisendes Denksystem stehen kann, stellt uns vor die Frage, wie wir unserer Verwirrung entsagen und uns endlich befreien können. Alexander der Große soll dieses Problem einfach mit einem Schwerthieb gelöst haben, doch gab es noch die Möglichkeit, einfach den Deichselnagel, der den Knoten mit einem Streitwagen verband, herauszuziehen … Dieses Gleichnis zeigt uns, dass wir mit Gewalt – den als einzig wirksam erachteten Mitteln unseres Ego – nirgendwohin gelangen (Alexander des Großen „Ruhm“ beruht auf beispielloser Grausamkeit), doch vor allem – und nur darum sollten wir im Geschichtsunterricht darüber berichten – dass uns für alle Probleme unseres Lebens immer eine friedliche Lösung gegeben ist. Es nützt nichts, das Ego zu bekämpfen! Um sich zu befreien, bedarf es allein der Gewissheit, dass die friedliche Lösung und alle Freiheit in uns weilt, weil wir ein Leben und einen Willen miteinander teilen.

Freiheit

Eines der wundervollen Geschenke des Lebens an uns ist unsere Freiheit. Wir sind – man wird es schwer glauben – in jeder Beziehung frei. Weil diese Behauptung beinahe allen Menschen wie ein Hohn vorkommen sollte und auch den in diesem Buch gemachten Aussagen über unser aller nicht beliebig änderbares Drehbuch zu widersprechen scheint, braucht es hier für unseren in Komplexität verhafteten Geist schlüssige Argumente. Dass wir uns allein durch unseren Glauben auch unsere angestammte Freiheit nehmen, kann unter dem Blick auf eine alle Werte auf den Kopf stellende Welt allerdings leicht erkannt werden. Gerade weil wir an so viele uns zwingend notwendig erscheinenden Handlungen und Verbindlichkeiten glauben, ist es möglich, zu durchschauen, dass unsere Welt eine Welt der Projektionen ist. Wenn wir uns den Katalog aller notwendiger Pflichten in unserem Leben, Position für Position, einmal anschauen und dann überlegen, ob auch nur irgendeine davon unser momentanes Leben bedroht, indem wir ihr nicht nachkommen, werden wir selbstverständlich sagen, dass dies nicht der Fall sei. Wären wir tatsächlich in der Lage, jetzt zu sagen: „Ich brauche all das nicht mehr!“ und blieben dort sitzen, wo wir sind und würden unsere Freiheit annehmen, die das Leben uns geschenkt hat, wären wir frei. Doch leider bestärken wir unseren Glauben in all die Notwendigkeiten unseres Lebens tagtäglich immer wieder, so dass es uns unmöglich scheint, alle selbst auferlegten und, ehrlich betrachtet, meist ungeliebten Zwänge freudig loszulassen. Ja, was wird dann aus mir, wer zahlt meine Miete, was sagen die Nachbarn, wie soll ich das meinem Chef erklären und überdies die Versicherungsraten bezahlen, … und, und, und??? Was würde passieren, wenn wir unverhofft stürben?…: Ohne Frage würde das Leben einfach weitergehen. Doch auch wenn wir in diesem Leben einem überwiegend notgedrungenen Pflichtenkatalog folgen, in welchen wir unseren Glauben investiert haben, sind wir – das sollten wir anerkennen – frei. Wir sind frei, zu glauben, was immer wir wollen und dementsprechend zu handeln. Wir können beginnen, aus dieser, unserer Freiheit heraus zu hinterfragen, ob uns all das, was wir glauben, tun zu müssen, in Wirklichkeit nicht alle Freiheit nimmt. Denn letztlich ist allein unser innerer Frieden das, was wir wirklich brauchen. Wir können uns nicht vorstellen, dass unser Leben noch funktionieren würde, wenn wir über Nacht allen hochgehaltenen Pflichten entsagen.

Irina Jacobson: „Das Drehbuch deines Lebens S. 200

Niemand, der wahrhaft frei sein möchte, wird gezwungen, alles auf einmal hinzuschmeißen, quasi auszusteigen. Es würde uns, nunmehr all unseren angstbesetzten Glaubenssätzen gegenübergestellt, einfach überfordern. Doch Schritt für Schritt, von der Zeit liebevoll gehalten, kann es gelingen, auch in unserer Welt des Geldes und all der anderen selbstherrlichen Tribute fordernden Götzen frei zu sein. Wir besitzen – das sollte nicht oft genug unterstrichen und wiederholt sein – ALLE Macht der Welt, wenn wir uns mit dem Geist verbinden, der tatsächlich unsere Freiheit will. Niemand außer uns selbst hat irgendeine Macht über uns, vorausgesetzt, wir glauben daran. Wenn, ja, wenn dieser Glaube endlich auf der Wahrheit beruht, wird er uns in ganz anderer Weise führen und helfen, als unser alter Glaube an die Welt der Unmöglichkeiten. Bei Gott sind nicht nur alle Dinge möglich, sondern MIT ihm ist nichts unmöglich. Dort, in unserem Ursprung, liegt unsere wahre Freiheit. Am Ende sollte es nur darum schwer sein, sich sogar in diesem Moment an ihre Größe zu erinnern, weil wir der uns innewohnenden Macht nicht trauen.

Sind wir bereit, uns vom Leben eine Auszeit zu nehmen, wenn Alarmsignale in unserem Leben rufen: STOP? Oder gehen wir zum Arzt, fordern unsere Tablettenration oder eine „rettende“ Impfung und regen uns dazu über die damit zwangsläufig verbundenen Nebenwirkungen auf und machen weiter wie bisher? Wir essen ungesund all die billig und lieblos erzeugten Nahrungsmittel und nehmen neben Magentabletten auch noch Blutdrucksenker ein, lassen uns an der Galle operieren und machen weiter wie gehabt. Wir führen ein Leben voller Stress und glauben, mit starken Schlaftabletten oder Alkohol unseren erholsamen Schlaf zu finden. Was, glauben wir, soll das Leben denn noch für uns tun, um uns daran zu erinnern, dass wir frei sind? Wir wollen weitermachen wie bisher UND frei sein. Wie sollte das wohl funktionieren?

Irina Jacobson: „Das Drehbuch deines Lebens S. 203

Stellen wir darum klar: Wir sind frei, jedoch unser auf irrealen Ängsten aufbauendes Glaubenssystem bewirkt, das allein wir uns dieses Lebensanrecht verbieten. Somit haben wir auch in diesem Fall in vollkommener Freiheit gehandelt. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Es gibt keine fremde Macht außerhalb von uns. Allein darum wäre es überaus weise, der realen Macht des Lebens zu folgen, als jener gewohnten, besonderen, die das Drehbuch einer unmöglichen Welt voller sinnloser Verbindlichkeiten schrieb.

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