Kinderwunsch und die „verlorenen Seelen“

In Deutschland ist fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Für die Erfüllung des Kinderwunsches sind diese Paare auf medizinische Hilfe angewiesen.

— Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 06.12.2019

Während meiner Recherchen zum Blogbeitrag „Gechannelte Botschaften – darf man ihnen trauen?“ ist mir ein Medium begegnet, dessen Botschaft mich tief berührt hat: Ralf Hungerland (BW 1400). Sein am Ende dieses Beitrags eingestelltes, tief berührendes Video spricht mir aus dem Herzen. Es ist einem Thema gewidmet, welches mich persönlich ein Leben lang begleitet und beschäftigt hat. Die große Frage für uns Menschen ist meinem tiefen Empfinden nach:

Wie gehen wir mit unseren Kindern um?

Um den Blick auf unsere Kinder aus einer erweiterten Perspektive sehen zu können, habe ich in der Rubrik „Länder“ in der Tabelle der Altersgruppenunterscheidung unserer Kinder aufgezeigt, wie schwer sie es bei uns haben: Unsere allgemein übliche „Erziehung“ „verhilft“ ihnen offensichtlich dazu, dass ihr anfänglich hohes Bewusstsein kontinuierlich sinkt. Im Durchschnitt beträgt das Geburtsbewusstsein aller Kinder auf unserer Erde BW 1030! Die Eltern zeichnen dagegen im Durchschnitt ein BW von 730, das Bildungssystem BW 310… Wenn man den Mut und die Liebe dieser Kinder anschaut, hier auf unserer Erde zu inkarnieren, kommen mir unwillkürlich die Tränen. Als Pädagogin, die ich keinesfalls freiwillig geworden bin, weiß ich sehr genau, wovon ich spreche. Da ich mit Jugendlichen arbeite, die bereits die allgemeinbildende Schule hinter sich gelassen haben, weiß ich wie schwer es ist, diesen jungen Menschen Mut zu zusprechen. Sie sind so sehr gewohnt, allen äußeren Anforderungen unserer oberflächlichen, berechnenden Welt gerecht zu werden, dass es nicht einfach ist, sie davon zu überzeugen, dass sie aus sich selbst heraus unendlich wertvoll sind.

Von den Kindern

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter
Der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, doch nicht von euch;
Und, sind sie auch bei euch,
So gehören sie euch nicht.
Ihr dürft ihnen Liebe geben
Doch nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
Aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen leben
In dem Haus von Morgen,
Das ihr nicht besuchen könnt,
Nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
Wie sie zu sein,
Aber versucht nicht,
Sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
Noch verweilt es im Gestern. (BW 1040)

 Khali Gibran

In meinem im Herbst erscheinenden Buch „Das Drehbuch deines Lebens“ habe ich viele meiner diesbezüglichen Gedanken noch einmal wiederholt. Doch alle meine Bücher weisen darauf hin, dass gerade Kinderseelen, die höchste Weisheit auf unserem Planeten besitzen. Wenn wir als Erwachsene unser Bewusstsein anheben wollen, sollten wir uns von unseren Kindern lehren lassen, was im Leben wichtig ist.

Ein Lehrer sollte nicht allein an seinem Fachgebiet interessiert sein. Er sollte Menschen lieben und achten. Daher ist nicht jeder „Fachmann“ a priori als Pädagoge geeignet. Nachdem ich selbst unausweichlich vielen Lehrern und einer ambivalenten Erziehung ausgesetzt war, wäre es mir nicht im Traum eingefallen, gerade diesen Beruf zu ergreifen. Einzig im Klavierunterricht fühlte ich mich von meinen beiden Lehrern angenommen und diesem an hohe Unwahrscheinlichkeit grenzenden Umstand, so weiß ich heute, war es zu verdanken, dass ich am Ende meiner Ausbildung eine Stelle als Klavierpädagogin einer Musikhochschule angeboten bekam. Sollte ich hier noch schreiben, dass mir dieser „Zufall“ das Leben rettete? Tief in mir gibt es diese Ahnung, verbunden mit jener unsagbaren Dankbarkeit einer uns alle behütenden hohen Weisheit gegenüber, die keines unserer begrenzten Worten je fassen wird.

Meine Aufgabe war es von nun an junge Menschen zu führen, die von mir erwarteten, was sie von anderen Lehrern gewohnt waren, nämlich, dass ich ihnen erklären würde, was genau man machen musste, um nach Vorschrift zu funktionieren. Doch gerade das war das Letzte, was ich jemals zu tun beabsichtigte. Zu genau konnte mich noch an meine Kindheit erinnern, die mir wie ein schlechtes Theaterspiel vorkam. Es war einfach entwürdigend, weil ich spürte, dass all die Regeln, nach denen ich mich zu verhalten hatte, mir eine Rolle zuwiesen, die nicht zu mir gehörte. Nichts ersehnte ich so sehr, wie endlich erwachsen zu werden, um so sein zu dürfen, wie ich gemeint war Warum es viel schwieriger wurde, als ich es mir in kindlicher Naivität zutraute, erklärte sich mir später… Natürlich ahnte ich zu Beginn meines pädagogischen Wirkens nicht das Geringste von all dem. Ich besaß nur die Erinnerung an eine kindliche Weisheit, die es mir versagt wurde zu leben. Nur intuitiv ging ich davon aus, dass dies bei allen von uns ebenso sein würde. Warum es mir vergönnt war unbeirrt daran festhalten zu können, ganz im Gegensatz zu den zahllosen Begegnungen meines Lebens, kann ich heute als Ausdruck jener Erfahrung von unbedingter Wertschätzung während meiner Klavierausbildung erkennen. Meine Liebe zum Leben wurde einmal nicht, wie durch übliche „Erziehung“, erstickt. Ich weiß sicher, dass für unser aller Leben eine einzige derartige Ermutigung genügt, um den Willen und die Kraft aufzubringen aus dem großen Hamsterrad der Fremdbestimmung auszusteigen. Niemals würde ich mich je bereitfinden, meinen Schülern etwas beizubringen. Unversehens fand ich mich, forschend, jenem Weg verpflichtet, der auch mir helfen würde, sich zu erinnern. Nach all den Jahren des Suchens kann ich überzeugt sagen, dass alles das, was Kindern in den „allgemeinbildenden“ Schulen zugemutet wird mehr als lebensfremd ist. Kein einziges Kind ist wie ein anderes. Nur sein Inneres weiß, was es lernen will. Wir müssen dafür noch nicht einmal etwas tun, außer ihm dabei bewundernd und ermutigend zur Seite zu stehen.

— Irina Jacobson „Das Drehbuch deines Lebens“, Kapitel 72

Wie vielen von uns ist es in der Kindheit so ergangen, wie es Roger Hodgson, als Sänger der Gruppe „Supertramp“ bekannt, in seinem wohl bekanntesten Song formuliert hat? „The Logical Song“: BW 1300

Übersetzung Supertramp – The Logical Song

Als ich klein war, kam mir das Leben noch schön vor –
ein richtiges Wunder, alles ganz zauberhaft.
Die Vögel in den Bäumen zwitscherten lustig vor sich hin,
betrachteten mich fröhlich und verspielt.
Aber dann schickte man mich fort und brachte mir bei,
vernünftig, logisch, verantwortungsbewusst und praktisch zu sein.
Und man zeigte mir eine Welt, in der ich mich berechenbar, sachlich, verstandesorientiert und zynisch verhalten sollte.

Manchmal, wenn alles schläft, werden die Fragen zu drängend für ein schlichtes Gemüt wie mich.
Kann mir bitte jemand sagen, was wir da gelernt haben?
Ich weiß, es klingt blöd – aber sagt mir, wer ich eigentlich bin.

Pass gut auf, was du sagst, sonst nennen sie dich einen Radikalen, einen Liberalen, einen Fanatiker, einen Kriminellen.
Werde Mitglied in unserem Club, wir hätten dich lieber
brauchbar, achtbar, vorzeigbar – rein pflanzlich, sozusagen…

Nachts, wenn alles schläft, kommen die bohrenden Fragen.
Ich weiß, es klingt blöd – aber sagt mir doch bitte, wer ich eigentlich bin.

Vielleicht sollten wir endlich darüber nachdenken ob der nicht selten unerfüllte Kinderwunsch innerhalb unserer Gesellschaft kein Problem der Ärzte und der Unterstützung durch die Krankenkassen durch eine „in vitro“-Behandlung darstellt, sondern unser gewohnter und unsensibler Umgang mit den Kindern? Im folgenden Video gibt es eine beinahe unglaubliche Erklärung und auch eine wunderbare Vision für das Wirken all unserer hochbewusstsen Kinder, die ich unbedingt mit meinen LeserInnen teilen möchte.

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