Lexikon

In dieser Rubrik versuche ich in loser Reihenfolge jene Gegebenheiten schlüssig zu erklären, die ein wachsendes Bewusstsein bewirkt und kläre alle Begriffe, die damit zusammenhängen.

Das obige Tryptichon „Der Heuwagen“ von Heronimus Bosch (um 1450-1516) zeigt uns noch heute eine bemerkenswert detailliert beobachtete Allegorie aller Facetten des menschlichen Bewusstseins.

 

Bewusstsein

Unsere 3-D-Welt ist im Grunde genommen eine irreale Welt, da sie auf einem sehr niedrigen, gegen Null weisenden Bewusstsein fußt. Wir sind uns unserer Selbst tatsächlich nicht mehr bewusst. Bewusstsein ist grenzenlos und unendlich, wenn es dem ewigen Gesetz des Lebens folgt. Dieses eine Gesetz ist die Liebe. Daher kann Bewusstsein auch nur Liebe sein. Eine Welt wie die unsere kann nur wahrgenommen werden, wenn sich ein Bewusstsein entschließt, etwas anderes als Liebe und damit von ihr getrennt zu sein. Da Bewusstsein hoch schöpferisch ist, muss es nun folgerichtig diese Trennung seiner Selbst im Außen erleben. Was könnte eindrücklicher sein, als die Wahrnehmung von Myraden voneinander getrennter Körper? Das reine Bewusstsein ist in ununterbrochener liebender Kommunikation mit der Quelle des Lebens. So erschafft es im Einklang und zum Wohl aller. Ein gegen Null reichendes Bewusstsein verliert diese Fähigkeit, und ist der irrigen Annahme erlegen, durch zahllosen Regeln und Gesetze sein von ihm erschaffenes Chaos beherrschen zu können, sowie auf diese Weise seinen getrennten Körper zu erhalten und zu schützen.

 

Jesus

Die hervorzuhebende Rolle des Menschheitslehrers Jesus beruht auf der Tatsache, dass es ihm als erster Mensch gelungen ist im reinen Bewusstsein zu leben. Das bedeutet, dass sein Lebensweg durch die ununterbrochene Kommunikation mit der Quelle des Lebens, die wir hier als Gott bezeichnen, geführt wurde. Ihm wurde die Obhut über alle sich getrennt wahrnehmende Teile des einen Bewusstseins übertragen. Er dient als Mittler zu Gott, da für ein sich selbst limitiertes Bewusstsein die Entfernung zu groß wäre. Momentan befindet er sich in den Bereichen der 10. Dimension. Eine bedeutende Aufgabe war die Installation eines neuen Gesetzes auf der Erde, um die das Bewusstsein eingrenzenden 10 Gebote aufzuheben. Es ist das Gebot der Liebe.

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebet, so wie ich euch geliebt habe, dass so auch ihr einander liebet.

Johannes 13, 34

 

Dimensionen

Dimensionen sind ein Verständnismodell für die notwendigen Stufen unseres sich selbst limitierten Bewusstseins auf dem Weg zurück in das eine, ursprüngliche vollkommene Sein. Die aufeinander aufbauenden Dimensionen zeichnen sich durch eine immer feinere Stofflichkeit und die fühlbare Präsenz der Liebe aus. Von der Ebene des reinen Bewusstseins aus gesehen existieren alle Dimensionen ineinander und auch gleichzeitig. Dies darum, weil auch Zeit nur ein irreales Konzept ist. Wir alle leben immer nur im „Jetzt“ (siehe: Zeit). Es bedeutet, dass auch in unserer Dimension nur die reine Liebe existiert, die auf Grund unserer Unfähigkeit im Augenblick vollkommen präsent zu sein, vor uns verschleiert ist. Unser Bewusstsein hat sich so weit fragmentiert, dass es ihm auf Grund der hieraus erwachsenden Glaubenssätze nicht mehr möglich ist ohne Angst in die Ewigkeit und sein nonduales Sein zurückzukehren. Somit dienen die einzelnen Dimensionen der stufenweise und liebevollen Erinnerung in das ewige, heilige Leben hinein.

 

Zeit

Für das reine Bewusstsein existiert keine Zeit. Es befindet sich in der Erfahrung des ewigen Seins, in welchem nur das „Jetzt“ besteht. Wenn wir ehrlich zu uns sind, werden wir feststellen müssen, dass auch wir immer nur „jetzt“ leben. Als einer seiner Zuhörer Albert Einsteins Vortrag über die Relativität der Zeit damit kommentierte, dass ihm alles doch sehr unwirklich vorkäme und er sich darum lieber auf seinen gesunden Menschenverstand verließe, forderte der Wissenschaftler sein Gegenüber prompt auf: „Zeigen sie mir doch bitte ihren gesunden Menschenverstand.“ Wir können so viele Dinge mit unserem Verstand einfach nicht erfassen und auch Albert Einstein schien dies zu ahnen, ohne dass es ihm als Forscher gelungen wäre über ihn hinauszuwachsen. Wieso ist es uns überhaupt möglich den augenscheinlichen Lauf der Zeit real zu erleben? In unserem Leben haben wir auf Grund seiner Unvorsehbarkeiten gelernt, von unseren persönlichen, oft längst vergangenen Erfahrungen ausgehend, auf die Zukunft zu schließen. Dadurch sind wir nicht nur nicht fähig im Augenblick präsent zu sein, erleben nicht nur jede Situation wie sie wirklich ist, sondern erfahren diese obendrein sogar niemals so wie jeder andere Mensch, der vielleicht sogar direkt neben uns steht. Dies erklärt, warum wir tatsächlich in jedem Moment stets unseren ganz persönlichen Lebensfilm anschauen. Ständig ist unser Verstand dabei Situationen nach seinen vorab gemachten Erfahrungen zu bewerten, wobei er sich natürlich IMMER irrt.

Das Vorurteil ist weiter von der Wahrheit entfernt, als die Unwahrheit.

drängte es aus diesem Grunde den revolutionären Kritiker der Marktwirtschaft, Wladimir Iljitsch Lenin (BW 760), auszurufen. In dem Sinn, dass unsere Welt unsere zum überwiegenden Teil unbewussten Glaubensmuster abbildet, muss die Zeit mit diesen korrelieren. Wir glauben nämlich tief in uns grundsätzlich an Schuld, die immer vollkommen irreal sein wird, da wir die Trennung von Gott nur träumen. Schuld ist in unserer Vorstellung mit Strafe verknüpft. Daher erwarten wir in Zukunft (die nicht existiert, weil es nur das „Jetzt“ gibt) eine Strafe, die niemals eintreffen kann, weil in Wirklichkeit nichts geschehen ist. Unser Glaube an einen anderen Zeitpunkt, der uns entweder vernichtet oder auch das erhoffte Glück schenkt, bewirkt allein in unserem Inneren die Illusion von Zeit. Daher suchen manche spirituelle Richtungen, uns dahin zurückzuführen, im Augenblick präsent zu sein.

Wenn wir uns bewusst dieser Programmierung stellen wollen, ist es wichtig zu verstehen, dass ab dem Moment unserer Absicht (und natürlich bereits zuvor) nichts mehr in unserem Leben „zufällig“ geschieht. Unser Bewusstsein ist so „designet“, dass es unter allen Umständen wieder in seinen Ursprung zurückkehren wird und muss. Daher führt es manchmal in Situationen, wo wir quasi gezwungen werden zu kapitulieren, in der Anerkennung, dass wir in keiner Weise mehr wissen, wie es weitergehen kann. Es ist ein sinnvoller „Logdown“, ähnlich wie ihn die Welt momentan durchlebt. Dieser ist notwendig, da alle Lösungen nur in der Ruhe und in unserem Inneren zu finden sind. Erst wenn der Verstand nichts mehr zu melden weiß, werden wir für die andere Stimme in uns offen sein, keine hörbare Stimme, sondern eher ein Ahnen, welches uns liebevoll erinnert: „Es gibt einen anderen Weg.“

Dieser Weg wird, wie wiederholt unterstrichen, für jeden von uns anders sein. Allerdings sollten wir nicht versäumen, täglich um diese andere Führung zu bitten. Sie wird, wenn sie aus tiefsten Herzen ausgesprochen wurde, in welcher Form auch immer, womöglich als Inspiration, auf einer zufällig aufgeschlagenen Buchseite, in einem unerwarteten Satz unseres Gegenüber, eintreffen. Dies meint auch der Bibelsatz:

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

1. Petrus 5:7

In diesem Zusammenhang möchte ich aus eigener Erfahrung auf jene hohe spirituelle Technik verweisen, die der Menschheitslehrer Jesus lehrte. Wiewohl es viele Techniken gibt, ist sie der schnellste Weg, ein Bewusstsein zu stärken. Es handelt sich um die Vergebung mit dem uns innewohnenden „heiligen Geist“, die ich selbst durch das nonduale spirituelle Lehrbuch „Ein Kurs in Wundern“ erlernt habe und praktiziere. Der heilige Geist steht als Symbol für unsere innere Stimme und ist die liebevolle Antwort Gottes auf die Trennung. Er ist es, dem wir all unsere irdischen Sorgen anvertrauen können und sollen, weil, wie vorab erklärt, unsere Welt und unser Bewusstsein nicht mehr direkt zur Quelle reichen. Wir haben uns in unserem Glauben an Trennung so tief verstrickt, dass jede direkte Kommunikation mit Gott unmöglich ist.

Die Vergebung mit dem heiligen Geist ist eine überaus wirkungsvolle spirituelle Arbeit, dass sie sogar dazu führten kann, die Zeit in sich zusammenfallen zu lassen. Wie sollte das möglich sein? Indem wir gerade in der Situation, die uns „zufällig“ den Frieden raubt, um Vergebung bitten (dies kann im Fall von tief in uns verborgenen Glaubenssätzen manchmal sogar Monate in Anspruch nehmen), werden wir feststellen, dass sich Schritt für Schritt in uns in Bezug zu diesem Sachverhalt ein immer deutlicherer Frieden ausbreitet. Innerer Frieden wird immer die Antwort Gottes sein. Da wir, wie festgestellt, diese Welt und all ihre „Schuld“ nur träumen, löschen wir mittels unserer Vergebung diesen irrigen Glaubenssatz aus unserem und dem kollektiven Geist. Daher wird auch keine Zeit mehr benötigt, um die uns vormals gerecht erscheinende Strafe eintreten zu lassen. Das bedeutet, dass diese Zeitspanne durch unsere Vergebung gelöscht wurde. Wir selbst haben unseren Geist von einem Glaubenssatz befreit, der, wie allen Glaubenssätzen eigen, darum auch nicht immer und immer wieder aufs Neue durchlebt werden muss. Jeder Aspekt des Lebens erfährt innerhalb jeder Dimension allein das, woran er glaubt. So kann es in unserem Fall durchaus sein, dass wir mit dieser inneren Arbeit hunderte von Jahren eingespart haben. Unser Leben wird lichter, weil wir in uns einen Teil Dunkelheit losgelassen haben. Wir können den heiligen Geist darüber hinaus in jeder Situation bitten: „Bitte beurteile du diese Situation.“, um uns selbst als Urteilende zurückzunehmen. Denn jedes unserer Urteile, seien sie gut oder schlecht, bestätigen unserem Geist, dass wir hier eine reale Welt erleben, die sie nun einmal nicht ist. Und ohne Urteil wird es uns eines Tages gelingen, uns im „Jetzt“ wieder zu finden.

 

Sprache

Die Aborigines sind ein Volk mit etwa 700 Stämmen. Einige von ihnen verständigen sich auch heute noch telepathisch. Sie glauben, dass ihre Stimmbänder allein dazu dienen, singen zu können. Für mich als Musikerin ist dies abermals ein wundervolles Zeugnis dafür, wie wertvoll Musik für das menschliche Leben ist. Warum brauchen diese naturverbundenen Stämme keine Sprache? Das Durchschnittsbewusstsein in diesen Gemeinschaften liegt um BW 905. Dieser Wert unterstreicht, dass sie ganz selbstverständlich und ohne egoistische, sprich: selbstbezogene Gedanken leben. Sie verstehen sich als Einheit eines liebevollen und sinnvollen Ganzen.

In dem Augenblick wo geglaubt wird, dass man für sich selbst etwas Besseres und Besonderes beanspruchen sollte, weil die Angst vor Mangel und auch der Glaube an äußere Befriedigung es diktieren, blockieren wir unsere natürliche Fähigkeit des geistigen Austausches. Im Gleichnis vom Turmbau zu Babel findet sich die Erinnerung an dieses Erleben: In äußerer Geschäftigkeit suchten und suchen auch heute Menschen, Gott zu übertrumpfen. All die verschiedenen Sprachen wurden darum notwendig, weil wir unsere unguten, selbstbezogenen Absichten voreinander verbergen wollten und mussten. Doch jede Sprache hat, wie man leicht bemerken wird, ihre Grenzen. Wie könnten wir jemals mit Worten übermitteln, was wir fühlen? Daher ist Sprache ein Werkzeug unseres Verstandes, der es „liebt“ alles zu analysieren, wobei das Wort „sezieren“ in seinem Fall angebrachter wäre. Wörter sind somit Symbole für Symbole für Symbole. Warum (fragt unser Verstand)? Alles ist in Wahrheit miteinander verbunden. Dies entspricht dem Symbol für Gott. Die vielen uns wahrnehmbaren Teile (Symbole) Gottes haben wir ebenso mit getrennten Begriffen (Symbolen) versehen. Die Verwirrung hat damit leider noch kein Ende, da es unser Verstand geschafft hat, die Bedeutung eines Symbols aus verschiedenen Standpunken betrachtet, unter Umständen vollkommen gegensätzlich zu interpretieren. Der Volksmund sagt uns darüber:

Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall.

oder auch

Des einen Freud, des anderen Leid.

Die Sprache mit dem höchsten Bewusstsein auf unserer Erde ist russisch mit BW 655. Die deutsche Sprache erreicht nur BW 550. Englisch, die Sprache Shakespeares, kommt auf BW 605. Dies zeigt, dass jeder Sprache zudem andere Verständigunsgrenzen gesetzt sind. Will man wirklich verstehen, was etwas bedeutet, sollte man sich Zeit nehmen. Um seinen Verstand auszuschalten, ist es sinnvoll die Worte langsam in seinem Inneren immer wieder nachklingen zu lassen, bis ein Gefühl dazu auftaucht. Dies meint natürlich positive Aussagen. Sprache kann uns selbst verletzen, wenn wir sie unangemessen anwenden. Wenn wir unsere Wahrheit verkünden, da dies zu unserer Aufgabe gehört, authentisch aus dem Herzen leben zu lernen, sollten wir sicher sein, dass sie niemanden verletzt. Darum: Lassen wir uns von unserer Sprache nicht verführen, in einem Wettbewerb des „Schlagabtausches“ der Sieger sein zu wollen. Denn:

Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

 

Wahrnehmung

Unsere deutsche Sprache ist in vielen ihrer Begriffe selbsterklärend. So auch mit ihrem Wort „Wahrnehmung“. Innerhalb eines niedrigen Bewusstseins von 3-D sind wir „augenscheinlich“ (wieder ein selbsterklärendes Wort) von unseren Sinnesorganen abhängig. Doch unsere 7 Sinne dienen den einzigen Zweck, uns zu beweisen, dass wir ein verletzbarer, schutzbedürftiger Körper und von der äußeren Welt getrennt sind. Dies entspricht aus Sicht des Lebens und unseres einen Bewusstseins in keiner Weise der Wahrheit. Im alltäglichen Verlass (…ein selbsterklärendes Wort) auf unsere Augen und Ohren deuten wir alles in unserem Umfeld am Maßstab unserer sehr persönlichen Erfahrungswelt, die in den meisten Fällen aus frühem Kindheitserleben herrührt. Es bedeutet, dass wir in Geist alles, was uns begegnet und widerfährt nach unseren längst vergangenen Maßstäben beurteilen und diese als real einstufen. Dadurch erfahren zwei nebeneinander stehende Personen das gleiche Ereignis vollkommen unterschiedlich, wobei keine von beiden der Wahrheit nahe kommt. Da wir an die Realität unseres Erlebens glauben, nehmen wir sie als „wahr“ an. Unsere Sinnesorgane dienen uns somit allein dazu, unsere Umwelt nach unseren Kriterien zu beurteilen, sprich: sie entgegen der tatsächlichen Wahrheit als wahr anzunehmen, also „wahrzunehmen“.