Musik für dein Bewusstsein?

In unserer Zeit spricht man viel über Umweltverschmutzung, wobei die permanente Musikbeschallung üblicher Weise nicht dazu gerechnet wird. Viele Menschen machen sich nicht unbegründet darüber Gedanken, was sie essen, dessen nicht gewahr, dass vieles unverdaulich ist, was uns selbstverständlich ungefragt akustisch zugemutet wird. Es scheint im Menschen eine Veranlagung zu geben, sich in jeder Hinsicht auf fragwürdige Weise „Gutes“ zu tun. Wir suchen den schnellen „Kick“ in einer „Fastfoodkultur“. Volksfeste, Weihnachtsmärkte, Rummel ziehen unüberschaubare Menschenmassen an, die sich offensichtlich nur bei dröhnend übersteuerter Musik wohlfühlen. Nicht nur von außen betrachtet, sondern für all jene, die an derart überforderten Straßen und Plätzen einer Stadt leben, stellt sich längst die Frage nach der Kultur unseres Zusammenlebens. Haben wir wirklich einen Grund in derart übertriebener Weise lautstark zu feiern? Ist es nicht eigentlich eher der letzte Strohhalm, an den sich eine perspektivlose Kultur klammert? In Zeiten eines deutlich erforderlichen Wandels wie der unseren kann man nur empfehlen, so oft als möglich die Stille zu suchen. Allein hier findet sich die gesuchte Inspiration, um unser komplexes Leben sinnvoll leben und ändern zu können. Es scheint so, als sollten/wollten wir diesen inneren Ruf unbedingt überhören, um somit weiterhin ein angepasstes, fremdbestimmtes, oberflächliches und vermarktbares Leben zu leben.

Irina Jacobson: „Musik: Soli Deo Gloria“ S. 165-166

Es sollte zu Beginn in meiner Vorstellung nur ein kurzer Beitrag werden, in welchem eine Übersicht mit für unser Bewusstsein wertvoller Musik den Schwerpunkt bilden würde. Doch im Eintauchen in dieses Thema wurde mir bewusst, dass es dringend der Aufklärung über den Missbrauch der vielleicht höchsten spirituellen Sprache unserer Welt bedurfte. Jene Kräfte, die sich, das soll unterstrichen werden, aus ganzheitlicher Sicht noch nie außerhalb von uns befanden, die uns gezielt und gewissenlos durch Fremdbestimmung von unserem natürlichen Wachstumsimpuls fernhalten, wissen unser aller Bedürfnis nach Musik, grob zu missbrauchen. Musik wird immer unsere Seelennahrung bleiben und in unserer Welt wurde sie zum  wichtigsten Werkzeug der Selbstentfremdung verkehrt. Ihre heilsamen Impulse sind mächtiger als jedes Wort und jede Medizin. Und so auch in ihrem Missbrauch.

Daher habe ich kurzentschlossen aus dem Kapitel „Musik an allen Ecken“ die mir an dieser Stelle wichtigsten Informationen meines Buches „MUSIK-Soli Deo Gloria“ zitiert. Wir sind fremdbestimmt…, durch unser Ego, welches von Angst besessen seine kleine Welt zu erhalten sucht. Nur dadurch konnte sich ein undurchschaubares Machtgefüge in unserer Welt manifestieren. Wenn wir ihm keine Energie mehr schenken, wird es entschwinden. Das an dieser Stelle in mir „klingende Bibelzitat“ spricht daher allein vom Tod unseres Ego. Ich höre es mit den Worten der Komponistin Fanny Hensel, die sie in ihrem „Oratorium auf Worte aus der Bibel“ verwendet hat. Hier heißt es: „Plötzlich muss das Volk sterben…“ Ich kann empfehlen die oben verlinkte Aufnahme (BW 905) zu hören, denn Fanny hat nach meinem Gefühl diese Musik für unsere Zeit des Wandels geschrieben. Und vielleicht sollte man sich fragen, warum diese Komponistin, die neben Bach, Mozart und Beethoven zu den größten unserer KomponistInnen gehört in unserer Welt nicht vorkommt…

Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden kraftlos weggenommen.

Hiob: 34,20

Gerade weil wir in einer künstlichen Welt leben, sind wir nicht dafür gemacht ununterbrochen beschallt zu werden. Musik hat eine hohe Macht, auch, weil man sie gezielt als Betäubungsmittel nutzen kann und damit eine traurige Selbstentfremdung in Gang hält. Die meisten der vielen heutigen zersplitterten Musikrichtungen halten ihre treuen Hörer auf ihrer „Wellenlänge“ gefangen, wobei Musik unter BW 200 leider nicht in etwa mit jenen Warnungen gelabelt werden kann, die wir seit einiger Zeit auf Zigarettenschachteln finden.

Genre tiefster BW Oktober 2018 höchster BW Oktober 2018 tiefster BW August 2020 höchster BW August 2020
Dark Music 30 105 21 125
Metal 80 122 70 124
Country 210 285 185 290
Free Jazz 60 165 40 150
Reggae 225 315 205 335
Folk 205 325 190 375
Funk 210 275 160 280
Techno 100 185 80 185
House 240 350 220 370
Rap 33 110 7 210
Trance 95 123 45 120
Psy 85 140 25 135
Neue deutsche Welle 120 205 85 175
Soul 175 310 170 285
Filmmusik 45 380 9 390

Die beiden Messdaten der Tabelle sind ein Spiegel des zu erwartenden Auseinanderdriftens innerhalb des menschlichen Bewusstseins. Innerhalb von knapp zwei Jahren ist  in den gelisteten Genres ein konstanter Abfall der Tiefstwerte, sowie der 60%-igen Anstieg und 40 %-igen Abfall der Höchstwerte erkennbar. Eine weitere Tabelle mit  den allgemeinen Musikrichtungen höherer Bewusstseinswerte ist am Ende des Beitrages gelistet.

Als die Beatles im Dezember 1966 in den Abbey Road Studios von London das weltweit mit 32 Millionen meistverkaufte Album „Sgt. Pepper`s Lonley Hearts Club Band“ (BW 597) in 333 Stunden einspielten, nutzten sie ein vielfältiges, bisher nie dagewesenes Instrumentarium und revolutionäre Aufnahmetechniken. Sie schenkten der Welt ein Meisterwerk und setzten gleichzeitig Maßstäbe, die seither innerhalb der kommerziellen Musikindustrie nie mehr erreicht wurden.

Das, was inzwischen jeder hören kann, wurde in einer groß angelegten spanischen Studie anhand von 500.000 Titeln aus den Jahren 1955-2010 nachgewiesen: Die Unterhaltungsmusik wird in Bezug auf harmonische Komplexität, den Sound und ihre Lautstärke immer schlechter. Auch wenn Radiosender mit „der beste Mix“ oder anderen Slogans werben: Heute hört man nicht mehr, was gefällt, sondern es wird immer, immer wieder gespielt, bis es „gefällt“. Das hängt vornehmlich mit den gewachsenen Kosten für einen zum Erfolg bestimmten Titel zusammen und letztlich allein mit der Gier des Musiklabels. Daran, dass noch 1950 deutsche Unterhaltungssender auf dem Durchschnittsniveau von BW 340 sendeten und dieser Wert, Jahr um Jahr gesunken, heute bei BW 200 liegt, kann man deutlich sehen, wohin wir steuern. Schlimmer noch zeigen sich nur die sogenannten „Kulturradios“, welche ihrer Programmvorgabe notgedrungen folgend, bevorzugt Konzertmitschnitte moderner Musik übertragen. Hier liegen wir derzeit bei traurigen BW 165… Nehmen wir noch das Durchschnittsniveau der aktuellen Nachrichten von BW 165 hinzu, die sicher nur sporadisch mit Musik zu tun haben, von denen wir jedoch ausgehen können, dass beinahe jeder Mensch sie täglich neben der üblichen Radiomusik konsumiert, kommen wir zu bedenklichen Ergebnissen. Anstelle uns zu bemühen, unser Bewusstsein anzuheben, verfallen wir mehr und mehr der geistigen Primitivität. Nur wenige Menschen ahnen, dass die Rundfunksender nach exakt vorgeschriebenen Modellen senden, die von den dortigen Mitarbeitern genauestens mittels „empfohlener“ Prozentangaben eingehalten werden müssen. Den Hintergrund bilden natürlich marktwirtschaftliche Interessen. Dass hiervon die sogenannten „öffentlich-rechtlichen“ Sender ausgenommen seien, gehört zum schönen Wunschdenken wenn man sich deren Werte gesondert anschaut (BW 205). … Die Frage ist, ob dieser vernachlässigbare Unterschied gesetzlich vorgeschriebene Zwangsabgaben aus der Bevölkerung von jährlich beinahe 8 Milliarden € rechtfertigt. Die Begründung des obersten Verfassungsgerichtes (BW 250) hört sich auf jeden Fall beruhigend an: Der Rundfunkbeitrag diene dazu „ohne den Druck zu Marktgewinnen die Wirklichkeit unverzerrt darzustellen, das Sensationelle nicht in den Vordergrund zu stellen und professionell die Vielfalt der Meinungen abzubilden“…

Während einer klinischen Studie vor ca. 15 Jahren, von der ich mich nur erinnere, dass sie in Zusammenhang mit der Messung von Hirnströmen stand, stellte ein regelmäßiger, signifikanter Abfall der Hirnaktivität einer Gruppe der Probanden nach dem Mittagessen das Forscherteam vor ein Rätsel. Die eingehende Recherche ergab, dass diese Gruppe ihr Essen in einem Restaurant zu sich nahm, in welchem die übliche Musik über eine damals noch seltene MP3-Anlage wiedergegeben wurde. Diesen Umstand in Erinnerung, habe ich diesbezüglich Messungen durchgeführt, die zeigen, dass man von auf MP3 konvertierter Musik einen Abfall des Bewusstseins um etwa BW 65 erwarten kann. Auch wenn wir die Musik eigener Wahl von den üblichen modernen, handlichen Geräten hören oder wir uns eine begehrte Aufnahme in diesem Format kostengünstig herunterladen, kann man schlussfolgern, dass nicht nur die Wirkung der Musik verringert wird, sondern, wir uns selbst tagtäglich so programmieren, dass wir uns unserer wahren Natur gegenüber nur sehr eingeschränkt wahrnehmen, da MP3 heute überall ganz selbstverständlich genutzt wird.“

Irina Jacobson: „Musik: Soli Deo Gloria“ S. 164-167

Genre tiefster BW Oktober 2018 höchster BW Oktober 2018
Blasmusik 180 430
Marschmusik 130 240
Volksmusik 180 250
europäische Volkslieder 190 260
Rockmusik 160 260
Beatmusik 200 365
Schlager 195 270
klassische Gesellschaftstänze 190 360
Blues 230 295
Jazz 190 350
Weltmusik 230 657
esoterische Musik 190 480
Ragtime 180 355
Rock´n Roll 188 365
elektronische Musik 40 470
Musik der Renaissance 260 405
Barockmusik 260 760
Musik der Klassik 200 810
Romantische Musik 170 890
Musik des Impressionismus 200 770
Musik des 20. Jahrhunderts 125 1010
atonale Musik 80 220
12-Ton-Musik 105 230
serielle Musik 105 145
intuitive Musik 80 260
Veröffentlicht in: Musik

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