„O selige Gottheit“ – die Musik Hildegard Bingens

In der Musik hat Gott den Menschen die Erinnerung an das verlorene Paradies hinterlassen.

— Hildegard von Bingen (1098-1179)

Die den meisten Menschen vor allem als heilkundige Nonne bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1178) können wir als die erste Komponistin sogenannter „klassischer“ Musik unserer Zeitrechnung ansehen. In ihrem revolutionären Werk „Ordo virtutum“ (Das Spiel der Kräfte) hat sie wie aus „heiterem“ Himmel im Grunde genommen eine religiöse Oper geschaffen, ohne auf vorherige, uns heute zugängliche, Traditionen zurückzugreifen. In diesem szenischen Werk treten verschiedene Tugenden und Charaktereigenschaften dem irdischen sowie dem himmlischen Sein gegenüber. Mit großer Treffsicherheit war es der Figur des Teufels innerhalb dieses über einstündigen Werkes verboten zu singen und ihm oblag sogar nur „kreischend“ zu sprechen! In einem Wurf gelang es der Komponistin zu zeigen, dass Musik eine hohe Aufgabe in unserem Leben einnehmen kann, doch das „Teuflische“ nicht verdient Musik genannt zu werden. Damals war die Musik harmonisch beinahe unerschlossen und dennoch erreicht dieses Werk, vor fast 900 Jahren komponiert, BW 530! Musik gelangte mittels des Genies Hildegard von Bingens (BW 849) damit zu einer himmlischen Gabe und ihre Melodien und vorerst schlichten Harmonien zu dessen liebendem Ausdruck.


BW 505

Wenn man Bewusstsein in seiner ganzen Bedeutung versteht und realisiert, dass keine Idee und kein Gedanke in ihm jemals verlorengehen, kann es gut möglich sein, dass es neben vielen anderen die höhere Aufgabe von Hildegard, der Nonne war, die Grundlagen unserer heutigen klassischen Musik im menschlichen Bewusstsein quasi zu „installieren“. Ihre Musik ist erstes Zeugnis der Inspiration aus höherer Quelle. Musik, oberhalb von BW 500 komponiert, hat keine irdischen Wurzeln mehr, sondern bringt die Strahlen der Liebe, das Leuchten des Himmels zum Ausdruck und damit in unser Leben hinein.

— Irina Jacobson: „MUSIK- Soli Deo Gloria“ S. 63-64

Ave Maria

Spiritus Sanctus

Kyrie Eleison

O vis aeternitatis

O splendidissima gemma

O victoriosissimi triumphatores

O pastor animarum; O virtus sapientie; Ave Maria

Ave generosa

Hortus deliciarum

01. Enixa est puerpera, hymn
02. Sol oritur occasus nescius, conductus
03. O rubor sanguinis, antiphon for Saint Ursula & her companions
04. Favus distillans, response for Saint Ursula & her companions
05. Hec est mater (trope de Benedicamus)
06. Leto leta concio, canon
07. Congaudeat turba fidelium
08. Kyrie - Magne Deus (trope of Kyrie)
09. Dilexisti iustitiam, graduel
10. Veri floris sub figura, conductus
11. Primus parens hominum, hymn
12. Offerentur regi virgines, offertory
13. Sanctus - Phos, patris karitatis (trope of Sanctus)
14. Agnus Dei - Ave Maria (trope of Agnus Dei)
15. lube Domine (lecture)/Navigantes inde sursum, V. Germaniam visure (répons)/Beata virgo (lecture)/Sanctis Rome visitatis, V. Di
16. Cum vox sanguinis, hymn for Saint Ursula & her Companions
17. Procedentem sponsum de thalamo, Benedicamus
18. Diapente est diatesseron, exercise for intervals
19. Stephani primi martiris, hymn
20. Alleluia - In Maria benignitas (Graduel de Pairis)/Alleluia - O virga mediatrix (Hildegard von Bingen)
21. Ite iam sine tristicia (trope of Ite missa est)
Veröffentlicht in: Musik

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