Vom Mythos heilender Solfeggiofrequenzen

GOTTES Schöpfungen erschaffen keine Mythen, obwohl das schöpferische Bemühen auf Mythologie gerichtet werden kann. Das geht allerdings nur unter einer Bedingung: Was es dann macht, ist nicht mehr schöpferisch. Mythen gehören ganz dem Bereich der Wahrnehmung an und sind in ihrer Form derart doppeldeutig und ihrem Wesen nach so typisch gut und böse, dass sogar der wohlwollendste Mythos nicht ohne furchterregenden Beiklang ist.

— EKIW: 4; II,8: 10-13

Mein spiritueller Weg begann mit der Musik. Auf der Seite „Die Autorin“ wurde beschrieben, dass ich das Klavierspielen wie meine Muttersprache erlernte. Mich am Klavier auszudrücken war so selbstverständlich, dass ich noch nicht einmal auf die Idee kam, Musikerin zu werden. Das Leben jedoch wies mir über ein Musikstudium überraschend einen Weg als Pianistin und Musikhochschullehrerin. Ich liebte und liebe es sehr, all die wundervollen Werke der großen Meister am Klavier zu spielen. … Eines Tages, während ich eine Ballade von Chopin spielte und mich wie so oft fragte, wieso ich dies in einer Weise vermochte, die mich selbst unendlich berührte, öffnete sich mir ein Fenster vollkommener Erkenntnis. Ich erfuhr zeitlos, in unendlicher Liebe emporgehoben, die Ewigkeit: Immer schon liebte ich Musik und ohne Ende würde ich geliebt sein und lieben. Als ich mich mit meinem irdischen Bewusstsein am Klavier wiederfand, hatte ich nur einen Wunsch: Ich wollte zurück in diese Ebene der Liebe. Erst viel später wurde mir klar, dass ich endlich eine Antwort erhalten hatte.

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

— Matthaeus 7:7

Inzwischen sind aus diesem Erkennen heraus zwei Bücher über Musik entstanden: „Klavierspielen mit der Seele“ und „MUSIK-Soli Deo Gloria„. Ohne mein oben geschildertes „Liebeserlebnis“ wären beide undenkbar, sowie auch meine Arbeit als Klavierpädagogin.

Wenn man im Internet nach heilenden Klängen sucht, kommt man unweigerlich auch mit den Solfeggiofrequenzen in Kontakt. Eine Solfeggiofrequenz kann, (nach Aussage Dr. Leonard Horowitz`, dem geistigen Vater der hauptsächlich in esoterischen Kreisen genutzten Frequenzreihe,) jeder Ton sein, dessen Höhe in Hz – Hertz – gemessen, eine Quersumme entweder von 3 – 6 oder 9 ergibt. Der Begriff „Solfeggio“ selbst geht auf einen alten lateinischen Hymnus zu Ehren Johannes des Täufers von Paulus Diakonus (720-799) zurück, dessen Anfangssilbe auf der nächst höheren Tonstufe seiner Melodiefolge die noch heute international meist gebrauchte Bezeichnung für die Töne unserer Notenschrift bilden:

UT queant Laxis – REsonare fibris – MIra gestorum – FAmuli tuorum – SOLlve polluti – LAbii reatum.

Klangbeispiel des „Johanneshymnus“:

Also:  UT, RE, MI, FA, SOL, LA , wobei man heute meist  DO, RE, MI, FA, SOL, LA, TI, DO  kennt. Vielfach wird DO/UT als der Ton „C“ bezeichnet, so dass man in unserem Beispiel eine klingende C-Dur-Tonleiter vor sich hat. Es gibt jedoch auch die Lehre einer relativen „Solmisation“, wo jeder beliebige Ton, der jeweiligen Tonart entsprechend „DO“ , also den Grundton bildet. Allerdings soll diese Unterscheidung nicht Gegenstand dieser Betrachtung sein.

Nachdem ich mir viele Videos mit angeblich „heilenden“ Solfeggiofrequenzen und auch Erklärungen dazu angesehen habe, konnte ich als bewusste Musikerin aus allem weder einen logischen Sinn noch irgendeinen tatsächlichen Zusammenhang über die Wirkung der Musik auf unser Bewusstsein entnehmen. Einige der sich in diesem Zusammenhang als „Desinformation“ herausstellenden  Fakten sollen hier genannt werden:

  • Alle im Netz verfügbaren Informationen berufen sich einzig auf die Aussagen von Leonard G. Horowitz.
  • Leonard Horowitz war Zahnmediziner und später autodidaktischer Alternativmediziner, kein geschulter Musiker.
  • Die Solmisationssilben sind ursprünglich als reines Ordnungssystem innerhalb der Musik gedacht.
  • Die Quersummentheorie von Nicola Tesla kann nicht a priori mit beliebigen Frequenzen, den aufeinander folgenden Solmisationssilben und dazu noch mit den funktionalen Aufgabenbereichen des menschlichen Chakrensystems zu einem schlüssigen System verwoben werden.
  • Die als „heilsam“ im Internet angebotenen Solfeggiofrequenzen sind stets ein beliebiger harmonischer „Mix“ und lassen sich klanglich keiner eindeutig benennbaren Frequenz zuordnen.
  • Alle angebotenen Videos wurden mittels elektronischer Instrumente produziert, die auf Grund ihrer begrenzenden Programmierung niemals über den Bereich von BW 190 bis BW 320 hinausgehen.
  • Falls bei allen dieser elektronischen Klänge tatsächlich irgendeine klärende Wirkung zu beobachten war, sollte und muss sie allein auf den Glauben des Anwenders zurückzuführen sein.
  • Die Tatsache, dass unser „Kammerton“ A3 erst seit 1939  bei einer von Joseph Geobbels einberufenen Konferenz in London auf 440-442 Hz angehoben wurde, und seither das natürliche „italienische A“ mit 432 Hz nicht mehr in den Konzertsälen erklingt, hat allerdings auf unsere gegenwärtige Musikrezeption und viele dadurch irritierte Musiker deutlich negative Auswirkungen.
  • Der natürliche Kammerton A mit 432 Hz (Quersumme 9!) ist keine der von Leonard Horowitz empfohlenen Solfeggiofrequenzen (siehe Tabelle 2).
  • Darüber hinaus kann man sich fragen, warum gerade Deutschland seit 1900 die übliche und international meist gebrauchte Solmisationsbezeichnung der Töne gegen die alphabetische Nennung: „A,B,C,D,E,F,G.H“ durchsetzte, obwohl die große Musikpädagogin  Agnes Hundoegger (1858-1927) damals dringend davon abriet.

 

Tabelle 1: stellt die, in ihrer dokumentierten Widersprüchlichkeit sowie unreflektiert geteilten Behauptungen, aus der kritiklos kopierten, einzigen Quelle aller Informationen über die „heilsamen Solfeggio-Frequenzen“, dem Buch: „Healing Codes For The Biological Apokalypse“ von Leonard G. Horowitz und Joseph Puleo, kommentarlos gegenüber:

Tonsilbe/Ton Hertz-Frequenz real klingender Ton behauptete Farbentsprechung versprochene Wirkung Chakra Meditationssilbe  reale Farbe
174 F2 Infrarot Schmerzlinderung
285 D3 Gelb Regeneration
DO/UT  / C 396 As3 Magenta emotionale Entgiftung 1. Wurzelchakra IAM Rot
RE  /  D 417 A3 Grün Traumaentfernung 2. Sakralchakra VAM Orange
MI  /  E 528 Cis4 Ultraviolett DNA-Reperatur 3. Nabelchakra RAM Gelb
FA  /  F 639 E4 Blau Kommunikation und Empathie 4. Herzchakra YAM Grün
SOL  /  G 741 G4 Orange Tiefenentgiftung 5. Halschakra HAM Blau
LA  /  A 852 A4 Grün Energiefeld-Balance 6. Stirnchakra OM Indigo
963 H4 Indigo Einheitserwachen 7. Kronenchakra Pink

Mythen und Magie stehen in enger Verbindung zueinander, da Mythen sich gewöhnlich auf die Ursprünge des Ego beziehen und Magie auf die Kräfte, die sich das Ego zuschreibt. Mythologische Systeme enthalten gewöhnlich irgendeinen Bericht über die »Schöpfung« und bringen diesen mit ihrer besonderen Form der Magie in Verbindung.

— EKIW: 4; II,9: 1,2

Dass unsere C-Dur Tonleiter tatsächlich in ihrer Reihenfolge die Farben des Regenbogens, also die Spektralfarben widergeben könnte, ist eine nicht selten anzutreffende Annahme. Es gibt Menschen, die über ein farbsynergetisches Erleben bei verschiedenen Tönen berichten. Dies kann meinen diesbezüglichen Forschungen zufolge, je nach individueller Lebensaufgabe, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen. So ordnet Rosina Sonnenschmidt – Musikerin, Medium, Autorin und Homöopathin – der C-Dur-Tonleiter tatsächlich die einzelnen Farben des Regenbogens zu. Da ich selbst auf keine diesbezügliche synergetischen Wahrnehmungen zurückgreifen kann, werde ich mich hier unbedingt an den Aussagen jener berufenen großen Komponisten orientieren wollen, die diese seltene Gabe besaßen. Dies wären Johann Sebastian Bach (1685-1750), Modest Mussorgski (1839-1881) und Alexander Skrjabin (1872-1915). Skrjabins „Farbenklavier“ ist längst in die Geschichte eingegangen. Wenn man seine Tonleiter mit der Farbfolge vergleicht, wird man sich fragen, wie es zu dieser, auf den ersten Blick, „willkürlichen“ Reihung, kommen kann.

Töne und Farben des Skrjabinschen Farbenklaviers: C=Rot, D=Gelb, E=Weiß/Hellblau, F=Dunkelrot, G=Orange, A=Grün, H= Indigo

Doch genauso, wie unser Alphabet nur eine Reihenfolge aller Buchstaben bildet, sind auch Töne ihrer Natur nach nicht in Reihen verbunden. Die Musiktheorie und der Quintenzirkel sowie die Basisakkorde jeder Kadenz geben uns hier die Antwort: Die Harmonie innerhalb der Musik beruht auf ihrem Quintenbezug (Quinte: -Lat: Fünf). Und die Farben des Regenbogens finden sich tatsächlich innerhalb dieser Ordnung, die jene heilsamen Frequenzen mit den Chakren verbindet.

Quintenzirkel

Tabelle 2: Hier nun eine berichtigende Übersicht:

Hertz klingender Ton Tonsilbe Chakra Farbe
85 F1 FA Infrarot
128 C2 DO Wurzelchakra Rot
192 G2 SOL Sakralchakra Orange
288 D3 RE Nabelchakra Gelb
432 A3 LA Herzchakra Grün
648 E4 MI Halschakra Blau
972 H4 TI Stirnchakra Indigo
1458 Fis 5 Kronenchakra Violett
2157 Cis 6 Ultraviolett

Man könnte es einen „Zufall“ nennen, dass sich die gesamte westliche Musikwelt am „Kammerton A“ orientiert. Jedoch zeichnet dieses natürliche A mit 432 Hz einmal tatsächlich die von Nicola Tesla als eine auf die Wahrheit hinweisende Quersumme von 9, und zum anderen entspricht dieser Ton genau unserem „Herzton“, wobei das Herz immer mit unserer Fähigkeit zu Lieben in Verbindung steht. Daher ist das zugehörige Herzchakra auch das Einzige, welches wir tatsächlich willentlich beeinflussen können.

Das Herzchakra ist ein sehr besonderes, denn es ist das einzige, welches wir willentlich beeinflussen können. Es liegt in der Mitte des Brustbeines und wird der Farbe Grün zugeordnet. Auch unser Planet trägt viel Grün und ist daher ein Planet der Liebe. Wir können uns wirklich immer für die Liebe entscheiden. Und es ist eine Gnade, dass wir dieses Chakra besitzen und somit die göttliche Liebe immer erfahren dürfen.

— Irina Jacobson aus „Heilen mit der Seele – Homöopathie für eine friedliche Zukunft„, Die Chakren des Menschen

Die wohl wichtigste Frage, die es in einem Blog über das  Bewusstsein an dieser Stelle zu beantworten gilt, wäre jene, welche Musik/welche Klänge nun tatsächlich in der Lage sind, unser Bewusstsein anzuheben.

Alle Werke großer Komponisten sind ausschließlich dafür designt, das menschliches Bewusstsein anzuheben. Sie wurden von göttlicher Ebene inspiriert, sind daher  stets vollkommen und können ihrer Tonart entsprechend auch gezielt für jedes Chakra angewandt werden. Die Schwierigkeit der geeigneten Auswahl bei unserem derzeitigen Überangebot an Einspielungen großer klassischer Werke unterliegt allerdings mehreren Aspekten:

  • heute wird klassische Musik vor allem am Grad ihrer Perfektion und nicht an ihrer inhaltlichen und emotionalen Aussage gemessen
  • es existieren „ungeschriebene“ Gesetze in Bezug zu Tempo, Lautstärke und Artikulation eines jeden Stücks, die von Generation zu Generation unreflektiert weiter gereicht werden und die selten aus einem tiefen Werkverständnis herrühren
  • Beinahe alle Werke werden auf Grund des Fehlens einer echten emotionalen Verbundenheit aus „Effekthascherei“ heraus viel zu schnell gespielt.
  • im Verständnis der uns bekannten Musikepochen: Barock, Klassik, Romantik und 20. Jahrhundert wurden Aufführungsregeln erstellt, die von einer Evolution innerhalb der Musik ausgehen, wobei dies aus Sicht der Zeitlosikgeit aller großer Kunst keiner verifizierbaren Grundlage entspringt.
  • Musiker werden heute ausgebildet, um zu „funktionieren“.
  • Die Werke aller großer Komponisten testen ein Bewusstsein von ca. BW 700- BW 1000. Der Durchschnittswert aller veröffentlichter Einspielungen liegt heute jedoch um BW 430…
  • Hinzu kommt, dass Kompositionen der Vergangenheit für eine A-432 Hz-Stimmung komponiert wurden, sie heute allgemein auf 443 Hz erklingen, wodurch das Verlangen immer schneller zu spielen gefördert wird und für den Hörer ein musikalisches Verständnis praktisch ausgeschlossen wird.
  • Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Bewusstsein eines Interpreten oder Dirigenten und seiner Fähigkeit dem hohen Bewusstsein innerhalb der als „klassisch“ bezeichneten Musik gerecht zu werden.

Obwohl auf der Seite „Persönlichkeiten“ einige Interpreten in Bezug zu ihrem Bewusstsein gelistet sind, möchte ich hier noch einen kurzen tabellarischen Überblick einfügen. Meiner Erfahrung nach, sollte man beim Hören von klassischer Musik intuitiv vorgehen. Man kann einfach die gelisteten Interpreten aufrufen und sich vom Angebot der Stücke inspirieren lassen. Das, was uns am besten gefällt, wird uns auch am meisten gut tun. Wer mag, kann die Tonart des entsprechenden Werkes mit der Chakrenliste beider Tabellen vergleichen und dadurch erfahren, welches seiner Chakren momentan einer weiteren Aktivierung bedarf.

Name Instrument Bewusstsein am 04.10.2020
Yuja Wang Klavier BW 4900
Onitani (Bettina und Tino Mosca-Schütz) Mellotron/Gesang BW 4600
Jacob Collier Komponist, Gesang, alle Instrumente BW 3800
Martha Argerich Klavier BW 2800
Klaus Mäkelä Dirigent BW 2650
8-Voces Gesangsensemble BW 2850
Yo-Yo Ma Cello BW 2100
Midori Violine BW 2850
Gautier Capucon Cello BW 2200
Theodor Currentsis Dirigent BW 2900
Jean Rondeau Cembalo, Klavier BW 4500
Valery Gergiev Dirigent BW 4800
Yannick Nézet-Séguin Dirigent BW 3790
Janine Jansen Violine BW 2600
Esa-Pekka Salone Dirigent BW 3200

Es folgt eine Reihe von Kompositionen, der Tonart nach unseren aufsteigenden Chakren folgend, die alle ein relativ hohes Bewusstsein zeichnen. (Erst die Einspielungen nach Juli 2019 können ein Bewusstsein von über BW 1040 zeichnen).

1. Chakra: C-Dur, BW 980

2. Chakra: g-moll, BW 9702. Chakra: g-moll, BW 970

3. Chakra: D-Dur, BW 1010

4. Chakra: A-Dur, BW 950

5. Chakra: e-moll, BW 840

6. Chakra: h-moll (es gibt einige Länder, die „unser“ H als „B“ bezeichnen), BW 830

Veröffentlicht in: Musik

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